„Asbest“ ist keine einzelne chemische Verbindung, sondern die Bezeichnung für eine Gruppe von sechs natürlich vorkommenden, wasserhaltigen, faserförmigen Polysilikaten, die aus feinen, mikroskopisch kleinen Fasern bestehen. Asbest wurde in der Vergangenheit hauptsächlich als Baustoff verwendet, was zur Verbreitung von Asbest in Luft, Boden und Wasser geführt hat. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde festgestellt, dass Asbestfasern hochtoxisch sind, und ihre Verwendung wurde in Europa und den USA zwischen Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre verboten.
Da die Toxizität von Asbest in erster Linie mit der Fasergröße zusammenzuhängen scheint, konzentrieren sich moderne analytische Methoden darauf, Informationen zu diesen Parametern sowie zur Gesamtzahl der Fasern und zum Mineraltyp bereitzustellen. Derzeit können die Anzahl und die Größenverteilung der Fasern in einer Probe ausschließlich durch direkte mikroskopische Untersuchung bestimmt werden. Diese kann entweder mittels Lichtmikroskopie oder Elektronenmikroskopie erfolgen.
Obwohl die Lichtmikroskopie bereits länger eingesetzt wird als die Elektronenmikroskopie, kann letztere deutlich tiefgehendere Informationen über das Vorhandensein, die Zusammensetzung und die Qualität von Asbestfasern in Proben liefern.
Tisch-Scanning-Elektronenmikroskope (Tisch-REMs) mit integrierter Elementaranalyse können Asbestfasern in Proben problemlos detektieren und den Mineraltyp mithilfe der energiedispersiven Röntgenspektroskopie (EDS) identifizieren.

Die nahtlose Integration von REM-Bildgebung und EDS-Kartierung in modernen Tisch-REMs ermöglicht eine schnellere Analyse von Proben, die selbst nur geringe Mengen an Asbestfasern enthalten. Da Asbest häufig in Isoliermaterialien eingesetzt wurde, ist die Fähigkeit zur Untersuchung nichtleitfähiger Proben in diesem Anwendungsbereich unerlässlich. Das Semplor NANOS Tisch-REM bietet sowohl einen Niedervakuum-Modus als auch einen hochmodernen BSE-Detektor, um schärfere Bilder von leitfähigen und nichtleitfähigen Proben bei jeder Beschleunigungsspannung zu erhalten – entweder bei 10 kV für eine stärker oberflächenempfindliche Bildgebung oder bei 20 kV für höchste Auflösung und optimale EDS-Analyse. Die Zählung der Asbestfasern nach ihrer Identifizierung wird durch den hohen Kontrast zwischen den Fasern und dem restlichen Probenmaterial erleichtert, wobei die EDS-Karten die erforderliche mineralogische Identifikation liefern.




